Essay

Die kurze Karriere des 1. FC Spitalhof

Möhringen ist, wenn man es wohlwollend meint, ein wirtschaftlich bedeutsamer Stadtteil von Stuttgart. Daimler lässt dort in seinem Headquarter planen, entscheiden und hoffentlich werden dort auch weitreichende Denkleistungen erbracht. Stuttgart wichtigste Tageszeitungen werden dort mit jenem Lesestoff gefüllt, der täglich die Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts interessiert. Weitere wichtige Firmen wie Hansa, Neoplan und Züblin haben, bzw. hatten dort ihren Firmensitz. Möhringen ist dennoch ein Stadtteil ohne Gesicht. Es gibt wohl eine schöne alte Kirche, den Filderdom, einen kleinen Park und einige versteckte Winkel, in denen es sich lohnt zu verweilen und sich an Vergangenes zu erinnern. Prägend sind jedoch heute die Straßenschneisen, die ungeordneten Siedlungsstrukturen, die Folgen einer chaotischen Modernisierung, wie sie nach dem 2. Weltkrieg über mehr als ein halbes Jahrhundert nicht nur für diesen Stadtteil prägend waren. Weiterlesen

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Gastbeitrag

Deutschland lernt (wieder) Schwimmen

Ein Gastbeitrag von Prof. em. Dr. Albrecht Hummel

Einleitung

Die einem antiken Poeten zugeschriebene Formulierung, „er konnte weder lesen noch schwimmen“ war zu jener Zeit die metaphorische Umschreibung für einen in jeglicher Hinsicht ungebildeten Menschen oder einen emanzipierten Bildungsverweigerer. Große Wertschätzung des Schwimmen-Könnens findet sich noch im berühmten mittelalterlichen „Ritterspiegel“ des Johannes Rothe (ca. 1410), wo es darum geht, dass der angehende Ritter schwimmen und tauchen „und sich vom Bauch auf den Rücken wenden und krümmen kann“. In den berühmten „Sieben freien Künsten“, den „septem artes liberalis“ findet das Schwimmen dann schon keine Erwähnung mehr, wie auch in vielen späteren neuhumanistischen Kanonisierungen von Bildung. Weiterlesen

Essay

Halbzeitbilanz – Thomas Bachs IOC Präsidentschaft

Am 16.9.2013 wurde Thomas Bach als erster Deutscher zum Präsident des Internationalen Olympischen Komitees gewählt. Acht Jahre dauert seine erste Amtszeit. Um vier Jahre kann sie verlängert werden. Nach den ersten sechs Jahren seiner Präsidentschaft kann somit eine Halbzeitbilanz versucht werden.

Thomas Bachs Wahl erfolgte inmitten der größten Krise, die das IOC in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte zu bewältigen hatte. Mehrere korrupte Mitglieder und fragwürdige Vergabeentscheidungen hatten das Komitee in Verruf gebracht. Das Dopingproblem hatte ein Ausmaß erreicht, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten nicht vorstellbar gewesen war. Die Olympischen Spiele befanden sich in einem ungezügelten Wachstum, was das IOC mehr und mehr in einen gefährlichen Prozess der Selbstzerstörung geführt hatte. Weiterlesen

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Essay

„Memorandum Schulsport“ Herbst 2019 – Ein Dokument ohne Wert?

Nahezu stillschweigend wurde im Oktober 2019 ein „Memorandum Schulsport“ veröffentlicht, das der deutsche Sportlehrerverband, die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft, der Deutsche Olympische Sportbund und der „Fakultäten Tag Sportwissenschaft“ gemeinsam beschlossen haben. Dieses Memorandum sieht sich als eine aktualisierte Fortschreibung des „Memorandum zum Schulsport“ 2009. Weiterlesen

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Gastbeitrag

Streitkultur im Sport

Ein Vereinsjubiläum, das trotz stolzer Bilanz Nachdenkliches offenbart

Ein Gastbeitrag von Ewald Walker

Angefangen hat es im Januar 1970: in der 5000 Seelen-Gemeinde Pliezhausen (im Dreieck Stuttgart-Tübingen-Reutlingen), hatte man die Zeichen der Zeit erkannt. Mit der Gründung von Leichtathletik-Gemeinschaften aus kleineren Vereinsabteilungen wollte man Kräfte bündeln und damit die Wettbewerbsfähigkeit leistungsorientierter Vereine erhöhen. Die LG Pfrondorf-Pliezhausen war die vierte LG im Württembergischen Leichtathletikverband und deshalb noch etwas recht ungewöhnliches. Weiterlesen

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Beitrag zur Sportentwicklung

Das Berufsbild „Trainer“

1. Vorbemerkungen

Will man über das Berufsbild von Trainern im deutschen Hochleistungssport nachdenken, so ist dabei der naheliegende Gedanke, dass man sich die Frage nach der Bedeutung des Wortes „Berufsbild“ stellt. Jeder von uns hat Vorstellungen von dem Beruf eines Automechanikers. Der Berufsalltag einer Krankenschwester in einer Intensivstation ist für uns nachvollziehbar. Lehrer haben wir bei ihrer Berufsausübung über neun Jahre während unserer Schulzeit beobachten können, eine Verkäuferin steht hinter dem Tresen und bedient 40 Stunden in der Woche ihre Kunden und ein Arbeiter bei der Müllabfuhr erbringt eine wichtige Dienstleistung, indem er Woche für Woche die Mülleimer der Bewohner einer Gemeinde entleert. Weiterlesen

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Beitrag zur Sportentwicklung

Sportregeln – Welche Regeln lassen sich unterscheiden

In der Sportwissenschaft weist die Verwendung des Begriffes „Regel“ auf ein terminologisches Problem hin. Es gibt den Gebrauch eines engen Regelbegriffs, der sich lediglich auf die kodifizierten Sportartenregeln bzw. Sportregeln bezieht, und es gibt den Gebrauch eines weiten Regelbegriffs, der sich auch auf moralische Regeln bezieht und darüber hinaus alle Regeln des Sports, die auf sozialen Konventionen beruhen, miteinbezieht. Weiterlesen