Gastbeitrag

Das Täter-Opfer-Syndrom beim Dopingbetrug

Ein Gastbeitrag von Rüdiger Nickel

Das Trauerspiel um die Ernennung des höchsten us-amerikanischen Richters, Brett Kavanaugh, rückt ein allseits bekanntes Phänomen wieder ins Bewusstsein. Das Phänomen des Täter-Opfer-Wechselspiels, das Spiel zwischen „good guy“, dem Opfer, und „bad guy“ (in diesem Falle „bad girls“), dem Bösen, dem Täter.

Es ist jedoch nicht das bekannte Aufeinanderprallen diametraler Darstellungen – „er hat versucht, mich zu vergewaltigen“ und „ich doch nicht!“ Das ist normal. Immer wieder gibt es diejenigen, die Vorwürfe erheben, seien es Vorwürfe sexueller Gewalt oder des Missbrauchs Schutzbefohlener, und diejenigen, die diese Vorwürfe vehement bestreiten. Energisches Bestreiten ist tätertypisches Verhalten und das Recht eines jeden Beschuldigten. Aber Jemanden zu Unrecht zu beschuldigen, kommt leider oft genug auch vor, und ist genauso zu verurteilen wie der Missbrauch anderer, sei es körperlich, sei es sexuell, sei es psychisch. Wer bei diesem Wechselspiel der Gute, wer der Böse ist, lässt sich, wenn überhaupt, immer nur feststellen wenn die Vorwürfe abschließend aufgeklärt sind, zumal grundsätzlich bis zum Täternachweis die Unschuldsvermutung gilt. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Aktueller Essay

Unsere Wettkampfkultur hat Mängel

Befragt man ältere Athleten, die Olympiasieger, Weltmeister oder Europameister geworden sind, was wesentlich ihren Erfolg bedingt hat, so sind die Antworten nahezu einheitlich. Wer im Wettkampf bei herausragenden internationalen Wettbewerben siegen möchte benötigt Wettkampfhärte und Wettkampferfahrung. Beides erwirbt man im Wettkampf. Je häufiger man an Wettkämpfen beteiligt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man am Ende auch bei den wichtigsten Wettkämpfen erfolgreich sein kann. Erfolgreiche Athleten wie Germar, Fütterer, Lauer oder Hary starteten oft dreimal in der Woche, bestritten auch Mehrkämpfe,  wie selbstverständlich starteten sie für ihre Mannschaftsstaffeln und die Wettkampfsaison begann im April und endete im Oktober. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Sportunterricht – Legitimationsfragen und Möglichkeiten der Organisation

1. Vorbemerkungen

Betrachten wir die Situation des Schulsports aus einer vergleichenden internationalen Perspektive, so lässt sich ein nahezu übereinstimmender Sachverhalt beobachten. Aus der Sicht von Schulleitern, Lehrern, Eltern und Schülern handelt es sich beim Sportun­terricht um ein relativ unbedeutendes Unterrichtsfach. Dessen schulpolitische, perso­nelle, finanzielle und materielle Unterstützung ist eher mangelhaft. Im Gegensatz hierzu stehen die ideologischen Reden über den Sport, wie sie von Politikern, Sportfunktionären, Sportpädagogen vorgetragen werden. Demnach ist der Sportun­terricht für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler unverzichtbar und ein bedeutsames Gegengewicht zur einseitigen kognitiven Orientierung der Lernschule, die in den übrigen Schulfächern zum Ausdruck kommt. Weiterlesen