Essay

Der Fall Caster Semenya oder wie wichtig und wertvoll ist Chancengleichheit im Sport?

Berlin im August des Jahres 2009. Es finden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Olympiastadion statt. Wie so oft zuvor gibt es auch bei dieser Weltmeisterschaft eine Gerüchteküche. Eine ganz besondere Rolle spielen dabei die Vorläufe der 800-Meter-Wettbewerbe der Frauen. Unmittelbar vor dem Finale über die 800-Meter der Frauen wird durch den Generalsekretär und die Medienabteilung der IAAF bekannt gegeben, dass der Weltverband einen Geschlechtstest bei der südafrikanischen Läuferin Caster Semenya angeordnet hat. Von Konkurrentinnen wurden Zweifel an ihrem Geschlecht vorgetragen, insbesondere wegen ihres männlichen Erscheinungsbildes und wegen ihrer außergewöhnlichen Leistungen. Semenya gewinnt in Berlin das WM-Finale in einer Zeit von 1:55,45 Minuten. Zum Vergleich: der Weltmeister im männlich Wettbewerb lief die Stecke in: 1:45,30 Minuten. Weiterlesen

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Beitrag zur Sportentwicklung

Wie der Sport sich selbst und andere betrügt

Der Sport, insbesondere der Hochleistungssport, so wie er sich uns heute darstellt, ist vor allem ein Kommunikationsanlass, in dem über Probleme nahezu folgenlos kommuniziert wird. Sport wird dabei Kommunikation um ihrer selbst willen. Es wird sehr wohl mit dem Sport viel Geld verdient, und machtvolle Interessen können dabei eingebracht werden. Es gibt auch eine ganze Menge Profiteure. Die Zeche hat dabei allerdings immer der Steuerzahler zu bezahlen. In jüngster Zeit hatte das folgenlose Kommunikationsspiel einmal mehr Hochsaison. Allgemeine Empörung über den umfassenden Dopingbetrug in einigen Wintersportdisziplinen stand auf der Tagesordnung. Weiterlesen

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Essay

Ein Memorandum zur Leichtathletikweltmeisterschaft 2019

Die IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaft ist ohne Zweifel das wichtigste Leichtathletikereignis in der Welt. Diese Weltmeisterschaft zeichnet sich durch einen einzigartigen Charakter aus. In neun Tagen in ein und derselben Stadt begegnen sich Athletinnen und Athleten aus 210 Ländern, um den besten Athleten bzw. die beste Athletin in 47 Disziplinen herauszufinden. Mehr als 2000 Athletinnen und Athleten gehen dabei an den Start, mehr als 5000 Betreuer und Offizielle sind anwesend. Das Ereignis wird in mehr als 200 Ländern übertragen und mit den Übertragungen werden außergewöhnlich hohe Einschaltquoten erzielt. Weiterlesen

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Essay

Prinzipien einer internationalen und nationalen Anti-Doping-Sportpolitik

Vom 2. bis zum 4. Februar 1999 fand in Lausanne die erste Weltkonferenz „Doping im Sport“ statt. Als Vizepräsident des Deutschen Nationalen Olympischen Komitees konnte ich damals der Vorsitzende der deutschen Delegation sein. Es war dabei meine Aufgabe, in einem Grundsatzbeitrag aus deutscher Sicht die „Prinzipien einer internationalen und nationalen Anti-Doping-Politik“ vorzutragen. Es könnte lohnend sein, dass man – 20 Jahre danach ­– sich dieser Prinzipien erinnert und sie noch einmal zur Kenntnis nimmt. Betrachten wir die Situation des internationalen Anti-Dopingkampfes im Jahr 2019 und vergleichen wir sie mit der Ausgangslage der Weltkonferenz „Doping im Sport“ im Jahr 1999, so muss man erkennen, dass die Prinzipien von damals nach wie vor relevant sind und dass der Anti-Doping Kampf bis heute nur ganz wenige Erfolge aufzuweisen hat. Die Frage, warum dem so ist, sollte von denen, die heute für den Anti- Doping Kampf verantwortlich sind, dringend geklärt werden. Weiterlesen

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Beitrag zur Sportentwicklung

Sportarten und ihre Wettkampfkultur

Die meisten Wettkämpfe in den verschiedensten Sportarten zeichnen sich durch eine spezifische Atmosphäre aus, die von einem besonderen Dialog zwischen Athleten im Wettkampf und den sie beobachtenden Zuschauern geprägt ist. Dabei haben sportliche Wettkämpfe in gewissem Sinne immer sowohl eine allgemeine als auch eine spezifische Phänomenologie aufzuwei­sen. In allgemeiner Weise zeichnen sich Wettkämpfe dadurch aus, dass in ihnen die Merkmale Konkurrenz und Assoziierung eine Beziehung entwickeln, welche jene Spannung erzeugt, die für den Athleten die eigentliche Herausforderung in einem Wettkampf darstellt und die nachzuerleben für den Zuschauer höchsten Unterhaltungsgenuss bedeutet. Im Wunsch zu siegen kommt das Merkmal der Konkurrenz zum Tragen, doch Sieger kann man nur sein, wenn es einen Verlierer gibt, und so ist jeder Sieg auf Partnerschaft angewiesen. Noch deutlicher wird dies im Mannschaftssport. Das Siegtor schießt zwar ein Spieler allein, doch ohne die Kooperation aller seiner Mitspieler würde das Fußballspiel nicht gelingen und der erwünschte Sieg nicht möglich sein. Weiterlesen