In eigener Sache

Essay

Integration durch Sport

Wollen wir eine Antwort auf die Frage finden, inwiefern dem Sport eine integrative Funktion in unserer Gesellschaft zukommt, so ist es zunächst wichtig, dass wir uns des Phänomens versichern, das diese Integrationsleistung hervorbringen soll. Der Sport, das wohl bedeutsamste Phänomen unserer Massenkultur, zeichnet sich durch vielfältige Merkmale aus. Angesichts mehrerer organisatorischer Varianten, die mitt­lerweile zu unterscheiden sind, ist es nicht mehr so einfach den Wesenskern des Phänomens selbst zu bestimmen. Die ursprünglichste und bedeutendste Form inner­halb des Phänomens des modernen Sports ist dabei ohne Zweifel der Wettkampfsport. Daneben gibt es Bewegung, Spiel und Sportmuster in denen das Merkmal des Wettkampfes nicht vorkommt, die sich selbst jedoch als Teil des modernen Sports definieren. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Gastbeitrag

100 Jahre Göttinger Beschlüsse zum Hochschulsport

eine wichtige Wegmarke für die Entwicklung des Sports an Universitäten und Hochschulen

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Wolfgang Buss

Schon Ludwig Mester, ein Hermann Nohl Schüler, hat in seiner 1931 erschienenen Göttinger Dissertation „Die Körpererziehung an den Universitäten“ (Mester 1931) deutlich gemacht, dass Formen einer zeitgenössischen Bewegungskultur – ob sie nun als „Ritterliche Exerzitien“, „Turnen“, “Körperliche Erziehung“, „Leibesübungen“, „Körperkultur“ oder „Sport“  denominiert waren –  beginnend nach der Reformation, spätestens aber seit der Zeit der Aufklärung stets ein Teil des sozialen Lebens an den deutschen Hochschulen waren. Dabei war ihre dortige Existenz nie ganz unumstritten und ihre Förderung durch die Hochschulen sowie die staatlichen Behörden zu unterschiedlichen Zeiten seit dem 17. Jahrhundert auch dementsprechend sehr schwankend – ganz abgesehen von dem schwierigen Prozess der Anerkennung als akademisches Forschungs- und Ausbildungsfach. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

In eigener Sache

Spendenaufruf

Im Mai 2017 war es soweit. Nach kurzer Vorbereitung konnte das Onlinemagazin “sport- quergedacht.de“ zum ersten Mal präsentiert werden. Sehr schnell haben die Beiträge und Essays dieses Magazins eine interessierte Leserschaft gefunden. Bereits nach einem Jahr war die Anzahl der Leser auf mehr als 1000 angestiegen. Mittlerweile wird das Magazin von mehr als 8000 Interessenten besucht. Mancher Beitrag wurde gar zum „Bestseller“. Es sind seit dem Start rund 116 Essays, 59 Beiträge, über 1100 Exponate in der Galerie und in der Enzyklopädie Zahlenmaterial aus 30 Themenbereichen veröffentlicht worden. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Essay

Regel 50 der Olympischen Charta muss ergänzt werden

„No kind of demonstration of political, religious or racial propaganda is permitted in any Olympic sites, venues or other areas. “

Regel 50,2 der Olympischen Charta scheint auf den ersten Blick klar und verständlich zu sein. Der nach wie vor bestehende Rassismus gegenüber Schwarzen in den Vereinigten Staaten von Amerika, aber auch der Rassismus von Weißen gegenüber fast allen fremden Ethnien ist seit vielen Jahrzehnten kaum zu übersehen. In vielen Ländern dieser Welt gibt es einen zunehmenden Antisemitismus oder eine Islamfeindlichkeit oder auch beides. All diese Verhältnisse und Tendenzen haben in jüngster Zeit vermehrt zu Protesten geführt. Zu erwähnen sind auch die „Fridays for Futur“-Bewegung, die zunehmende Zahl der Klimawandeldemonstrationen und die Demonstrationen zugunsten einer allgemeinen Gendergerechtigkeit. Weiterlesen

Essay

Partnerschaft zwischen Schule und Verein

 – dargestellt am Beispiel Leichtathletik

Wenn vom Verhältnis zwischen Schule und Sport die Rede ist, so zeichnen sich solche Gespräche meist durch eine Vielzahl von Forderungen aus. Forderungen wer­den an die Vereine, an die Übungsleiter, an die Eltern, an die Schulleitungen, an die Schulverwaltungen und nicht zuletzt an die Lehrer gerichtet. Allen Forderungen liegt die Annahme zugrunde, dass es besser werden müsste als es derzeit ist. Beispielsweise wird den Verbänden eine neue D-Kader-Regelung nahegelegt. So wird von einer unzureichenden Koordination zwischen den Sach-, Zeit- und Sozialebenen gesprochen, wenn man an die Belastungen von Kindern und Jugendlichen denkt, die sowohl die Schule besuchen als auch Leistungssport betreiben. Angesichts einer Diskussion, die durch gegenseitige Forderungen geprägt ist, besteht die Gefahr, dass ein Diskurs entsteht oder bereits entstanden ist, der sich durch Unendlichkeit und Folgenlosigkeit auszeichnet, in dem wiederholt wird, was schon vielfach geäußert wurde, in dem Altes als neu ausgegeben wird und bei dem nicht mehr zu erkennen ist, dass man wirklich an Problemlösungen interessiert ist. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

In eigener Sache

Essay

Tokyo 2021 – Zur Zukunft der Olympischen Spiele

In diesen Tagen befindet sich die Welt in einer besonderen Krise. Ein Virus, unter unzähligen, die es auf dieser Welt gibt, hat diese Krise verursacht. Die Reaktion der verantwortlichen Politiker in nahezu sämtlichen Ländern dieser Welt auf die dadurch verursachten gesundheitlichen Gefahren hat eine Wirtschaftskrise hervorgerufen, deren Ausmaß und Reichweite nicht ermessen werden kann und deren weiterer Verlauf ungewiss sein wird. Erhebliche soziale Disruptionen und Schäden in nahezu jeder Gesellschaft dieser Welt sind weitere Folgen dieser Krise. Nahezu jeder Lebensbereich ist von dieser Krise betroffen und so kann es kaum Verwunderung hervorrufen, dass auch die in aller Welt vorhandenen nationalen Sportsysteme mit äußerst schwierigen Herausforderungen konfrontiert sind. Gleiches gilt für den internationalen Sport und dessen Sportorganisationen, allen voran das IOC. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Beitrag zur Sportentwicklung

Was ist Sport? Sport als Definitionsproblem

Beobachten wir den Sport in den verschiedenen Gesellschaften dieser Welt, so las­sen sich viele Gemeinsamkeiten beobachten. Doch gleichzeitig müssen wir auch Un­terschiede wahrnehmen, die darauf hinweisen, dass es sich bei dem modernen Sport um ein Phänomen handelt, das sich von Gesellschaft zu Gesellschaft und von Kultur zu Kultur unterscheidet. Ein Fußballspiel in Brasilien scheint auf den ersten Blick die gleichen Merkmale aufzuweisen wie ein Fußballspiel in Kenia, Indonesien oder Us­bekistan. Schauen wir jedoch etwas genauer, so lassen sich kulturelle Unterschiede erkennen. Der italienische Fußball scheint eine besondere Qualität zu besitzen. Wir sprechen vom „Catenaccio“. Der brasilianische Fußball wiederum unterscheidet sich von diesem. Ästhetik, elegantes und intelligentes Zusammenspiel sind dabei die Merkmale. Deutscher Fußball scheint hingegen eher zielstrebig, klar und betont dis­zipliniert zu sein. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Beitrag zur Sportentwicklung

Talente im Sport

1.Anmerkungen zum Talentbegriff

Die Etymologie des Wortes „Talent“ ist bezeichnend. Das Wort stammt aus dem Griechischen und meint eine ausgezeichnete geistige oder auch körperliche Befähigung. In diesem Sinn spricht man von mathematischen, philosophischen und künstlerischen Talenten. Ursprünglich bedeutete das griechische Wort tálanton „Waage“ und das talentum war eine griechische Gewichtseinheit. Der Bedeutungswandel, den das deutsche Wort Talent hinter sich hat, bis es über das französische Wort talent in unsere deutsche Sprache eingeführt war, ist dabei vielsagend. Er verweist auf das Neue Testament und zielt auf ein anvertrautes Gut, ein übergebenes Vermögen, auf von Gott übergebene Fähigkeiten. Das Talent sollte begrifflich vom Genie unterschieden werden. Dabei ist der Unterschied des Talents vom Genie oft nur mit Mühen festzustellen, da sich das Talent in seinen höchsten Entfaltungen dem Genie bis auf einen unmerklichen Abstand nähern kann. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Zur Verantwortung des Sports und der Berichterstattung in der massenmedialen Kommunikation

1. Einführung

Moderne Gesellschaften sind ohne Massenmedien nicht denkbar. Sie ermöglichen ihnen mit sich selbst ins Gespräch zu kommen, Gemeinschaft her zu stellen und Inhalte zu liefern, über die die Menschen miteinander reden, weil das Gleiche gesehen, gehört und gelesen wird. Entsprechend lässt sich die Annahme vertreten, dass ohne die Erfindung des Buchdrucks moderne Gesellschaften kaum möglich gewesen wären. Denn nur dadurch können Literatur, politische Ideen und Fachwissen industriell vervielfältigt und in kurzer Zeit ein großes Publikum erreichen.

Die Entwicklung der Massenmedien ist durch einen Prozess der Vervielfältigung gekennzeichnet. Neben Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Hörfunk sind längst Fernsehen, Kino, Internet und Mobiltelefon getreten. Computerspiele und Soziale Medien sind dabei die jüngsten und am schnellsten wachsenden Masseninhalte unserer Zeit. Weiterlesen