Essay

Bundestrainer als Dienstleister zwischen Athlet und Verband

– dargestellt am Beispiel der Leichtathletik –

Die Geschichte der deutschen Leichtathletik, die 1998 mit ihrem 100jährigen Jubiläum einen Höhepunkt feierte, zeichnete sich in erster Linie durch hervorragende Athletinnen und Athleten und deren Leistungen bei Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen aus. Persönlichkeiten wie Otto Peltzer, Heinz Ulzheimer. Willy Holdorf. Wolfgang Nordwig, Martin Lauer, Heide Rosendahl, Christian Schenk, Liesel Westermann, Manfred Germar u.v.a.m. prägten und prägen die deutsche Leichtathletik weit über ihr Karriereende hinaus. Ihre hervorragenden sportlichen Leistungen wurden nicht selten von Trainern, Betreuern und Übungsleitern vorbereitet und begleitet, die im Schatten der Talente wirkten und diesen dennoch erst zu ihrer Entfaltung verhalfen. Weiterlesen

Gastbeitrag

Kommunikationsdefizite im Wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Manfred Muckenhaupt


Vorbemerkung

Die Studie, von der im folgenden Beitrag die Rede ist, wurde von Prof. Dr. Manfred Muckenhaupt und seinem Forschungsteam bereits vor zehn Jahren durchgeführt. Der Wissensaustausch im deutschen Hochleistungssport hatte sich dabei vor allem auch im Vergleich mit anderen Ländern als besonders verbesserungswürdig herausgestellt. Die Studie mündete in zahlreichen Verbesserungsvorschlägen. Betrachten wir etwas mehr als zehn Jahre danach die Situation der Wissenskommunikation im deutschen Hochleistungssport, so müssen wir erkennen, dass sich nur wenig verändert hat und die Forderungen von damals die Forderungen von heute sein müssen. Die Lektüre des Beitrags kann deshalb allen Verantwortlichen, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich im System des Hochleistungssports tätig, dringend empfohlen werden.

Helmut Digel


Abstract

Verschläft der deutsche Hochleistungssport den Anschluss an das internationale Wissensmanagement? Diese Frage provozieren die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Wissensmanagement im Wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport“. Das Projekt ist Teil einer Reihe von Forschungsvorhaben zur Umsetzung des langfristigen strategischen Forschungsprogramms für das Wissenschaftliche Verbundsystem (Forschungsprogramm WVL) und wurde von 2009 bis 2011 durchgeführt. Weiterlesen

In eigener Sache

Kunst aus unserer Galerie

Essay

Zur gesellschaftspolitischen Bedeutung des Wettkampfsports

Moderne demokratische Gesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass dem Leistungsprinzip eine besondere Wertschätzung entgegengebracht wird. Das Individuum mit seinen verschiedenen Leistungsmöglichkeiten wird dabei als besonders förderungswürdig betrachtet. Nicht Herkunft, Vermögen, Religionszugehörigkeit, Rasse, Beziehungen oder Protektion sollen die zu erreichenden Positionen in einer modernen Gesellschaft determinieren. Die von Individuen erbrachten Leistungen sollen viel mehr dessen gesellschaftliche Position bestimmen. Vor dem Hintergrund anthropologisch bestimmter Ungleichheit bedarf diese Positionierung der sozialen Absicherung, was zwingend bedeutet, dass eine moderne Gesellschaft das Prinzip der Leistungspositionierung über ein am Prinzip der Solidarität ausgerichtetes Sozialsystem abzusichern hat. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind für moderne Gesellschaften Orte notwendig, an denen sowohl das Leistungsprinzip als auch das Prinzip der Solidarität eingeübt und erprobt werden kann. Der Sport hat seine Bedeutung als wichtiges Kulturgut unserer Gesellschaft vor allem diesem Sachverhalt zu verdanken. Vor allem im Wettkampfsport ist das pädagogische Exemplum des Sports zu finden, welches ihn zu einem besonderen Kulturgut unserer Gesellschaft macht. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

In eigener Sache

Spendenaufruf

Im Mai 2017 war es soweit. Nach kurzer Vorbereitung konnte das Onlinemagazin “sport- quergedacht.de“ zum ersten Mal präsentiert werden. Sehr schnell haben die Beiträge und Essays dieses Magazins eine interessierte Leserschaft gefunden. Bereits nach einem Jahr war die Anzahl der Leser auf mehr als 1000 angestiegen. Mittlerweile wird das Magazin von mehr als 8000 Interessenten besucht. Mancher Beitrag wurde gar zum „Bestseller“. Es sind seit dem Start rund 116 Essays, 59 Beiträge, über 1100 Exponate in der Galerie und in der Enzyklopädie Zahlenmaterial aus 30 Themenbereichen veröffentlicht worden. Weiterlesen

Themenzuordnung: Allgemein

Beitrag zur Sportentwicklung

Was ist Sport? Sport als Definitionsproblem

Beobachten wir den Sport in den verschiedenen Gesellschaften dieser Welt, so las­sen sich viele Gemeinsamkeiten beobachten. Doch gleichzeitig müssen wir auch Un­terschiede wahrnehmen, die darauf hinweisen, dass es sich bei dem modernen Sport um ein Phänomen handelt, das sich von Gesellschaft zu Gesellschaft und von Kultur zu Kultur unterscheidet. Ein Fußballspiel in Brasilien scheint auf den ersten Blick die gleichen Merkmale aufzuweisen wie ein Fußballspiel in Kenia, Indonesien oder Us­bekistan. Schauen wir jedoch etwas genauer, so lassen sich kulturelle Unterschiede erkennen. Der italienische Fußball scheint eine besondere Qualität zu besitzen. Wir sprechen vom „Catenaccio“. Der brasilianische Fußball wiederum unterscheidet sich von diesem. Ästhetik, elegantes und intelligentes Zusammenspiel sind dabei die Merkmale. Deutscher Fußball scheint hingegen eher zielstrebig, klar und betont dis­zipliniert zu sein. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Essay

Laufen, Werfen, Springen – unverzichtbare pädagogische Inhalte der Grundschule

Laufen, Werfen und Springen können auf eine lange Tradition verweisen. Sie gehören zur Menschheitsgeschichte, sie hatten und haben in rituellen Ausformungen für viele menschliche Kulturen eine beson­dere Bedeutung. Sie waren in den frühen Hochkulturen, z.B. in der griechischen Kultur und der römischen Kultur die wichtigsten Bewegungsmuster, die auf vielfältige Weise instrumentalisiert wurden. Die gesundheitliche Bedeutung und vor allem die erzieherische Funktion dieser Muster wurden schon immer mit besonderem Nachdruck hervorgehoben. Seit es öffentliche Schulen gibt, seit Bildung und Erziehung von Philosophen und Pädagogen in systematischer Weise reflektiert wurden, wird dem Laufen, Werfen und Springen, insbesondere, wenn von einer ganzheitlichen Bildung die Rede ist, wenn von der besonderen Bedeutung einer leiblichen Erziehung gesprochen wird, eine herausragende pädagogische Wirkung zugewiesen. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Kunst aus unserer Galerie

Beitrag zur Sportentwicklung

Talente im Sport

1.Anmerkungen zum Talentbegriff

Die Etymologie des Wortes „Talent“ ist bezeichnend. Das Wort stammt aus dem Griechischen und meint eine ausgezeichnete geistige oder auch körperliche Befähigung. In diesem Sinn spricht man von mathematischen, philosophischen und künstlerischen Talenten. Ursprünglich bedeutete das griechische Wort tálanton „Waage“ und das talentum war eine griechische Gewichtseinheit. Der Bedeutungswandel, den das deutsche Wort Talent hinter sich hat, bis es über das französische Wort talent in unsere deutsche Sprache eingeführt war, ist dabei vielsagend. Er verweist auf das Neue Testament und zielt auf ein anvertrautes Gut, ein übergebenes Vermögen, auf von Gott übergebene Fähigkeiten. Das Talent sollte begrifflich vom Genie unterschieden werden. Dabei ist der Unterschied des Talents vom Genie oft nur mit Mühen festzustellen, da sich das Talent in seinen höchsten Entfaltungen dem Genie bis auf einen unmerklichen Abstand nähern kann. Weiterlesen

Beitrag zur Sportentwicklung

Zur Verantwortung des Sports und der Berichterstattung in der massenmedialen Kommunikation

1. Einführung

Moderne Gesellschaften sind ohne Massenmedien nicht denkbar. Sie ermöglichen ihnen mit sich selbst ins Gespräch zu kommen, Gemeinschaft her zu stellen und Inhalte zu liefern, über die die Menschen miteinander reden, weil das Gleiche gesehen, gehört und gelesen wird. Entsprechend lässt sich die Annahme vertreten, dass ohne die Erfindung des Buchdrucks moderne Gesellschaften kaum möglich gewesen wären. Denn nur dadurch können Literatur, politische Ideen und Fachwissen industriell vervielfältigt und in kurzer Zeit ein großes Publikum erreichen.

Die Entwicklung der Massenmedien ist durch einen Prozess der Vervielfältigung gekennzeichnet. Neben Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Hörfunk sind längst Fernsehen, Kino, Internet und Mobiltelefon getreten. Computerspiele und Soziale Medien sind dabei die jüngsten und am schnellsten wachsenden Masseninhalte unserer Zeit. Weiterlesen