Aktueller Essay

„Roter Gaigel“ – Warum Sport pädagogisch wertvoll sein kann

Freitagabend, 21.30 Uhr, Gaststädte Lindenhof in Stuttgart-Möhringen. Schon lange ist es mir nicht mehr gelungen einen ganz besonderen Termin wahrzunehmen. Auslandsreisen, internationale Sportveranstaltungen, berufliche Verpflichtungen und private Notwendigkeiten haben es über mehrere Monate verhindert, dass ich an einem besonders eigenwilligen Ereignis habe teilnehmen können, das in Stuttgart-Möhringen jeden Freitagabend zur selben Stunde stattfindet und das nunmehr eine Lebensdauer von fast 50 Jahren aufweist. Freitagsabend um 21.30 Uhr treffen sich meist mehr als zehn Männer und versammeln sich an einem großen Tisch, eigens für sie reserviert in einer Möhringer Gaststätte, um sich in einem ganz besonderen Wettkampf zu messen. „Roter Gaigel“ heißt das Spiel, um das es dabei geht und dieses Spiel, das in Bezug auf dessen Regeln an Einfachheit kaum zu übertreffen ist, fasziniert die anwesenden Spieler nunmehr seit fünfzig Jahren. Weiterlesen

Gastbeitrag

Hymne und Hölle – Anmerkungen zu Christian Schenks Lebensbeichte

Ein Gastbeirag von Rüdiger Nickel

Christian Schenk war schon immer ein außergewöhnlicher Athlet: Seine Zehnkämpfe spiegelten eine Leichtigkeit wider, die alle Experten und Sportfans faszinierte und ihn schließlich zum Olympiasieg 1988 in Seoul brachte. Auch eine Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1990 und eine Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 1991 sowie bereits der 2. Platz bei den Junioren-Europameisterschaften 1983 gehörten zu seinen großartigen Erfolgen. 1995 wurde er mit dem höchsten deutschen Athletenpreis ausgezeichnet, dem Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis, der jedes Jahr nur einem Athleten verliehen wird, der sich durch außergewöhnliche sportliche Leistungen, aber auch durch Haltung und vorbildliches Handeln in besonderem Maße auszeichnet. Damit ist er in der Geschichte der Preisträger dieses seit 1950 vergebenen ewigen Wanderpokals – nach Horst Beyer (1972) und Guido Kratschmer (1981) – erst der dritte Zehnkämpfer, der diese Trophäe erhielt. Ein Preis, der beispielsweise dem Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf (1964), herausragender Athlet und Vorbild bis heute, verwehrt geblieben ist. Weiterlesen

Kunst aus unserer Galerie

Herbert Somplatzki, aus: Olympische Gefühle oder als Arnold Schwarzenegger zum Stechen nach Essen kam – Sportsatiren und mehr.

Beitrag zur Sportentwicklung

Strukturen des Sports in Deutschland III


Dies ist der dritte und letzte Beitrag über „Strukturen des Sports in Deutschland“. Im ersten Teil wurden Organisationsstrukturen behandelt. In diesem zweiten Teil folgten Sozial- und Personalstrukturen des Sports. Der dritte Teil widmet sich unter anderem Wettkampf- und Finanzstukturen, sowie dem Anti-Doping-Kampf

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4. Angebotsstrukturen

Die anzutreffende organisatorische Vielfalt des deutschen Sports geht mit einer Angebotsvielfalt einher. Der jeweils ausgewählte Sport kann auf sehr unterschiedlichen Leistungsniveaus ausgeübt werden und sehr verschiedene Motive können das sportliche Handeln prägen. So können z.B. Gesundheitssport, Wettkampfsport, Leistungs-, Hochleistungs- und Breitensport, Berufssport und der damit verbundene Zuschauersport unterschieden werden. Der Wandel der deutschen Gesellschaft hat in den vergangenen 50 Jahren zu einer erheblichen Vervielfältigung des Sportangebots geführt. Man kann dabei von einem „Versportlichungsprozess“ der deutschen Gesellschaft sprechen (vgl. Abb. 39). Weiterlesen