Hat der organisierte Sport eine Fernsehpolitik?

In einem Zeitgespräch, das vor vielen Jahren Giovanni Lorenzo mit Helmut Schmid führte, meinte der Altbundeskanzler, dass das Meiste was auf unseren Fernsehschirmen geboten wird so ist, dass er es nach wenigen Minuten abschalte. Unter Unterhaltungsgesichtspunkten sei das deutsche Fernsehen seichter als das „panem et circenses“ der Römer, dem sich Zehntausende im Kolosseum hingegeben haben. Nicht weniger emotional hatte sich der ebenfalls mittlerweile verstorbene Literaturkritiker Reich-Ranitzki über die Qualität des deutschen Fernsehens ausgelassen und Elke Heidenreich sekundierte ihn damals wie jämmerlich unser Fernsehen sei, wie arm und wie verblödet. Diese Kritik zielte nicht nur auf das private Fernsehen, sie hatte und hat bis heute vor allem immer häufiger auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Blick. Weiterlesen

„Mein Sportteil“

Tageszeitungen unterscheiden sich. Die Unterschiede sind naheliegend. Jede hat ihren eigenen Namen. Sie unterscheiden sich meist auch im Seitenformat und nicht selten auch im Schriftbild. Die Gliederung nach Ressorts kann sehr unterschiedlich sein und in Bezug auf das Können der Journalisten, die täglich für die Zeitungen schreiben, können gravierende Unterschiede bestehen.

Den Unterschieden stehen jedoch auch viele Gemeinsamkeiten gegenüber. Alle Zeitungen wollen aktuell und informativ sein, sie möchten möglichst umfassend über das berichten, was sich in der Welt an den Tagen zuvor ereignet hat, sie möchten unterhaltend sein und sie möchten vor allem auch die Leser an sich binden. Eine gute Auflage kann den Bestand der Zeitung sichern. Jede Tageszeitung muss sich täglich an einem aggressiven Medienmarkt bewähren. Weiterlesen

Sportberichterstattung

– ein bedeutsamer Faktor der massenmedialen Kommunikation

Der Sport, so wie er heute in den Massenmedien präsentiert wird, wirft viele Fragen auf, die auf Probleme verweisen, deren Lösungen dringend erwünscht wären. Wel­cher Sport wird in den Massenmedien zur Darstellung gebracht? Welche Formen des Sporttreibens werden nicht berücksichtigt? Wie wird der Sport in den Medien dargestellt? Welche Inszenierungsformen haben sich bewährt? Welche sind frag­würdig? Welche zukünftigen sind zu erwarten? Wie unterscheidet sich die Sportbe­richterstattung in den öffentlichen-rechtlichen Medien im Vergleich zu privaten Mas­senmedien? Welche Rolle spielt die Sportberichterstattung beim schon seit längerer Zeit zu beobachten Konzentrationsprozess in der Medienbranche? Wie stellt sich die Beziehung zwischen den Sportverbänden, den Massenmedien und den Sport­ereignissen unter ökonomischen Gesichtspunkten dar? Welche Wirkung hat die Sportberichterstattung auf die Rezipienten? Werden sie zu aktivem Sporttreiben animiert oder wird die Passivität der Zuschauer gefördert? Gibt es Zusammenhän­ge zwischen dem aggressiven Verhalten in den Stadien und der massenmedialen Berichterstattung? Weiterlesen

Sport in Zeiten der Corona-Pandemie

Von der Corona-Pandemie sind in diesen Tagen alle Nationen dieser Welt betroffen. Sämtliche Lebensbereiche werden davon erfasst. Für die Welt der Arbeit gilt dies gleichermaßen wie für unsere private Welt, das kirchliche Leben, das Militär, die Erziehungs- und Bildungssysteme, den Güterverkehr und den Tourismus.  Unser Reise- und Einkaufsverhalten ist ebenfalls davon betroffen.

Das politische Handeln zeichnet sich dabei durch eine besondere Ohnmacht aus.  Die Entscheidungsmacht über das Leben der Menschen liegt in der Hand einer Expertokratie, bei der die Wissenschaft der Virologie eine zentrale Rolle spielt.  Von den Entscheidungen von Virologen ist es abhängig, was uns Politiker als neue Regeln für unser Zusammenleben vorgegeben, welche Einschränkungen von den Bürgern abverlangt werden, was erlaubt und was verboten ist. Weiterlesen

Zur Verantwortung des Sports und der Berichterstattung in der massenmedialen Kommunikation

1. Einführung

Moderne Gesellschaften sind ohne Massenmedien nicht denkbar. Sie ermöglichen ihnen mit sich selbst ins Gespräch zu kommen, Gemeinschaft her zu stellen und Inhalte zu liefern, über die die Menschen miteinander reden, weil das Gleiche gesehen, gehört und gelesen wird. Entsprechend lässt sich die Annahme vertreten, dass ohne die Erfindung des Buchdrucks moderne Gesellschaften kaum möglich gewesen wären. Denn nur dadurch können Literatur, politische Ideen und Fachwissen industriell vervielfältigt und in kurzer Zeit ein großes Publikum erreichen.

Die Entwicklung der Massenmedien ist durch einen Prozess der Vervielfältigung gekennzeichnet. Neben Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Hörfunk sind längst Fernsehen, Kino, Internet und Mobiltelefon getreten. Computerspiele und Soziale Medien sind dabei die jüngsten und am schnellsten wachsenden Masseninhalte unserer Zeit. Weiterlesen

Deutsche Berichterstattung über Olympismus, olympische Bewerbungen und das IOC

Die deutsche Medienlandschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend verändert. Nicht zuletzt ist davon auch die Sportberichterstattung abhängig gewesen. Mit der Einstellung ganzer Zeitungen mussten mehrere Sportredaktionen ihre Arbeit beenden. Viele Redaktionen mussten mit anderen fusionieren. Redaktionen auflagenstärkerer Tageszeitungen, die noch weiter bestehen konnten, wurden personell verkleinert und die Arbeitsbedingungen der dort arbeitenden Sportjournalisten wurden erschwert. Reisekostenetats wurden teilweise drastisch reduziert und der Anteil der Agenturberichterstattungen im täglichen Sportteil erhöhte sich ganz wesentlich. Eine Berichterstattung mittels eigenständiger Redakteure auf der Grundlage unabhängiger Recherchen ist in vieler Hinsicht ein Luxusgut geworden. Weiterlesen

Pyeongchang 2018 – massenmediale Kehrtwenden

Es war wie immer und es war wie vor vier Jahren vor den Winterspielen in Sotschi und vor zehn Jahren vor den Olympischen Spielen von Peking. Wäre es nach der veröffentlichten Meinung der deutschen Presse und der öffentlich-rechtlichen Sender gegangen, so hätte es Olympische Winterspiele in Korea nie geben dürfen. Selten wurde in den vergangenen vier Jahren ein Gastgeberland eines sportlichen Großereignisses und damit auch dessen Bürgerinnen und Bürger so häufig beleidigt, wie dies im Falle von Korea der Fall war. Winterspiele in Asien im Allgemeinen und in Südkorea im Speziellen stellen die Traditionen des Wintersports in Frage. Die Berge Koreas sind nicht wintersporttauglich. Einen wirklichen Winter wird es in Pyeongchang nicht geben, der Wintersport findet in grüner Landschaft auf weißen Bändern statt. Die Bevölkerung Koreas kann die verschiedenen Wintersportarten nicht einmal unterscheiden, schon gar nicht kennen sie deren Regeln. Das Publikum ist nicht begeisterungsfähig, die Sportanlagen werden internationalen Ansprüchen nicht genügen. Weiterlesen

Digitalisierung als Chance – neue Formen der Sportkommunikation

Die Digitalisierung sämtlicher Lebenswelten stellt nicht nur in unserer Gesellschaft eine große Herausforderung dar. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 haben 9 von 10 Deutschen eine Onlineverbindung. Betroffen ist davon der Mensch in seiner Privatheit, betroffen davon sind Gruppen und Organisationen und ganze gesellschaftliche Teilsysteme wie Politik, Wirtschaft und Sport. Besonders intensiv davon betroffen ist das System der Massenmedien. Im Zusammenspiel zwischen den Massenmedien und dem Sport hat die Digitalisierung eine völlig neue Sportwelt, ebenso wie eine völlig neue Medienwelt hervorgebracht. Weiterlesen

Nachdenkliches aus der Schweiz

Die Schweiz zeichnet sich schon seit vielen Jahren durch einen besonderen Qualitätsjournalismus aus, bei dem die Sportberichterstattung einen würdigen Platz einnimmt. In jüngster Zeit wurde dies gleich zweimal bestätigt. In der Basler Zeitung vom 15.09.2015 wird dem Breitensport der Spiegel vorgehalten und am 23.09.2015 fordert Mikeal Krogerus in der Neuen Zürcher Zeitung das Ende der Förderung des Spitzensports. „Minu“ (Hans-Peter Hammel) – der Autor des Basler Pamphlets erinnert an seine Schulzeit, in der er zwei Tage im Schuljahr hasste – den Wandertag und den Sporttag. Seiner Meinung nach macht heute alles ein riesen Theater um den Sport, es wird behauptet, er sei gesund und helfe den Menschen länger zu leben. Aber wollen wir das, fragt er? „Die lustige Oldie-Gruppe mit Fahrrad, Schildmütze (verkehrt herum) und 23 Schrittmachern. Weiterlesen

IOC-Präsident Bach auf dem Prüfstand

Am 10.09.2013 wurde Thomas Bach als Nachfolger von Jacques Rogge zum neuen IOC-Präsidenten gewählt. Die 125. IOC Session von Buenos Aires war für ihn das wohl wichtigste Ereignis, das er über Jahrzehnte vor Augen hatte und mit großem strategischem Geschick und mit einer außergewöhnlichen Professionalität vorbereiten konnte. Thomas Bach wurde für acht Jahre gewählt. Auf die ersten vier Jahre seiner Amtszeit kann er nun zurückblicken. Die IOC Session von Lima, die am 15.09.2017 zu Ende ging, war hierzu geeigneter Anlass. Mit seiner Wahl zum IOC-Präsidenten hat Bach ein Amt übernommen, dessen Ausübung schon immer schwierig gewesen ist, das aber noch nie mit so vielen Problemen überlastet war, wie dies seit Buenos Aires der Fall ist. Von seinem Vorgänger musste er Probleme übernehmen, die sich bis heute als schwer lösbar erwiesen. Bach hat Altlasten abzuarbeiten, die er ohne Zweifel persönlich nicht zu verantworten hat, deren Beseitigung aber zwingend ist. Weiterlesen

Der Sport und die 68er-Bewegung

In einem Jahr wird sich ganz Europa der sogenannten 68er-Bewegung erinnern. In Frankreich, in Italien, nicht zuletzt aber auch in Deutschland und hier vor allem in Frankfurt und Berlin war es im Jahr 1968 an den Universitäten äußerst unruhig geworden. Dort, wo die angeblichen oder tatsächlichen zukünftigen Eliten zu Hause waren, wurde die deutsche Nachkriegsgesellschaft auf den Prüfstand gestellt. Den Muff von 1000 Jahren glaubte man über Bord werfen zu müssen. Dem nach wie vor latent existierenden Nationalsozialismus wurde der Spiegel vorgehalten. Weiterlesen

Notwendige Kritik oder fragwürdige Skandalisierung?

Was ist los mit der deutschen Berichterstattung über Sportereignisse? Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking konnte eine Berichterstattung beobachtet werden, deren Chinabild zwischen exotischer Begeisterung und vereinfachender Dämonisierung schwankte. Es mangelte an Differenzierung und solider Recherche. Weiterlesen

Fragwürdiger Sportjournalismus

Es ist ein längst bekannter medienwissenschaftlicher Sachverhalt, dass Massenmedien im Allgemeinen und die Sportberichterstattung im Besonderen einen ungeheuren Verbrauch an Moral und moralisierender Berichterstattung haben. Dies ist jedoch durch keine kontrollierbaren Verpflichtungen der Journalisten gedeckt, die diese Art von Berichterstattung zu verantworten haben. Weiterlesen